PFAS-Schadensfall im Gewerbegebiet Natzing, Gemeinde Eggstätt

Untersuchung und Sanierung von PFAS-verunreinigtem Boden/Wasser
Probenahme an der Grundwassermessstelle 1
Dienstleister

R & H Umwelt GmbH

Schnorrstraße 5A / 90471 Nürnberg
Telefon: 0911 86 88-10
Beschreibung

Im März und April 2021, möglicherweise auch schon früher, erfolgte eine illegale Einleitung von Inhaltsstoffen aus der Demontage von Handfeuerlöschern in die öffentliche Oberflächenwasserkanalisation im Gewerbegebiet Natzing der Gemeinde Eggstätt. Das hochgradig mit PFAS-belastete Schaummittel gelangte über den Oberflächenwasserkanal in einen Retentionsbodenfilter (RBF), welcher sich unmittelbar östlich des Wasserschutzgebietes der Wasserwerke Endorf befindet. Nach Durchlaufen des Beckens wird das von Sedimenten weitestgehend befreite Oberflächenwasser in der unmittelbar östlich des RBF gelegenen Versickerungsanlage in den Untergrund versickert. So gelangten auch die PFAS-belasteten Löschschaummittel in das Grundwasser und führten zu einer nachhaltigen Grundwasserverunreinigung.

Der Zweckverband Gewässer III. Ordnung sowie die Gemeinde Eggstätt beauftragten die R & H Umwelt GmbH mit der Gefährdungsabschätzung und der Erkundung des Schadensfalles, der Erstellung eines Sofortmaßnahmenkonzepts zur Sanierung des Schadens sowie zur Überwachung und fachgutachterlichen Begleitung der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen.

Nach ersten Sofortmaßnahmen durch den Zweckverband wurde parallel dazu die weitere Erkundung durchgeführt und die Sanierung unmittelbar nach Beauftragung im Mai 2021 eingeleitet und mit Hilfe des Zweckverbandes, des örtlichen Bauhofes, örtlicher Bauunternehmen, Borfirmen sowie der Züblin Umwelttechnik GmbH umgesetzt. 

Von Mai 2021 bis Februar 2022 wurden folgende Arbeiten durch die R & H Umwelt GmbH koordiniert und durchgeführt:

Geländearbeiten R & H Umwelt GmbH:

  • Veranlassung zur Erweiterung des Aushubs der Filterschicht des RBF sowie der Untersuchung aller verfügbaren Grundwassermessstellen und Brunnen in der Umgebung
  • Sielhaut- und Abwasserbeprobung Kanalnetz und aufgefangenes Spülwasser des Kanals
  • Untersuchung der Eindringtiefe der PFAS in die Schlamm- und Erdschichten in und unterhalb des RBF mittels Rammkernsondierungen (Liner-Verfahren) und tiefendifferenzierter Probenahme
  • Beprobung der Sohlschicht der drei Sickerschächte der Versickerungsanlage mittels Rammkernsondierungen (Liner-Verfahren) und tiefendifferenzierter Probenahme
  • Beprobung und abfallrechtliche Einstufung der ausgehobenen Schlamm- und Erdschichten aus dem RBF
  • Betreuung von Bohrung und Ausbau 4 neuer Grundwassermessstellen sowie eines Schluckbrunnens (Tiefe bis 18 m u. GOK), begleitende Probenahme
  • Durchführung von 24-Stunden-Pumpversuchen an den neuen Grundwassermessstellen samt begleitender Probenahme
  • Vermessung aller neu errichteten Grundwassermessstellen und Schluckbrunnen
  • Regelmäßige Probenahme an der Grundwasserreinigungsanlage (zweiwöchentlich) zur Kontrolle der Reinigungsleistung und der Sanierungs- und Monitoring-Grundwassermessstellen (monatlich) zur Kontrolle der Untergrundbelastungssituation

Koordination Subunternehmer/Projektpartner:

  • Bohrfirmen
  • Anlagenbauer Züblin Umwelttechnik
  • Koordination Probenahmen und Stichtagsmessungen mit benachbartem Trinkwasserversorger und umliegenden Grundstücksbesitzern
  • Mehrfache Kanalspülungen mittels Propellerdüse 

Gutachterliche Leistungen:

  • Erstellung Untersuchungskonzept
  • Anfrage Verfügbarkeit diverser Bohrfirmen, Angebotseinholung, Vergabevorschlag
  • Planung Bohrungen von insg. 4 neuen Grundwassermessstellen (DN 125, Tiefe 17 – 18 m u. GOK) sowie einem Schluckbrunnen (DN 300, Tiefe 16 m u. GOK)
  • Bohranzeigen für insgesamt 4 neue Grundwassermessstellen (eine davon im Wasserschutzgebiet mit entspr. Antrag auf Ausnahmegenehmigung)
  • Planung und Ausführung von 24-Stunden-Pumpversuchen zur Ermittlung der geohydraulischen Kenndaten des Aquifers und Erarbeitung eines Prinzipmodells zur Abschätzung der Ausbreitungsrichtung und Ausbreitungsgeschwindigkeit der PFAS mit dem Grundwasser, zur Gefährdungsabschätzung für die nahegelegene Trinkwasserversorgung und zur Ermittlung der benötigten Förderleistungen zur Sanierung des Schadens
  • Spartenklärung für Geländearbeiten
  • Anfrage Bereitstellung Ad-Hoc-Wasserreinigungsanlage bei Anlagenbauern
  • Auswertung analytischer und hydrogeologischer Befunde
  • Erstellung monatlicher Grundwassergleichenpläne basierend auf Stichtagsmessungen bei anspruchsvoller Hydrogeologie
  • Bewertung PFAS nach den Wirkungspfaden Boden-Grundwasser
  • Erstellung Sanierungskonzept und Kostenschätzung
  • Fachliche Betreuung Umsetzung Sanierungskonzept
  • Beratungsleistung hinsichtlich Öffentlichkeitsarbeit sowie Fördermittelbeantragung
  • Koordination der Anpassung und Wintersicherung der Grundwasserreinigungsanlage
  • Erstellung regelmäßiger Zwischenberichte, Teilnahme an regelmäßigen Besprechungen mit den Fachbehörden und allen Projektbeteiligten
Bodensanierungsarbeiten
Bodensanierung-Schadstoffe
Bodensanierungsarbeiten
Ex-Situ-Verfahren
Auskofferung: Konventioneller Bodenaushub
Austauschtiefe: 1 m
Kubatur: 350 m³
Bereitsstellung Aushubmaterial: befestigte Fläche in Einhausung (Halle), unbefestigte foliengesicherte Fläche
Bodensanierungsarbeiten
Entsorgungseigenschaften
Behandlungsverfahren: Waschen, Deponie
Grundwassersanierung
Grundwassersanierung Eigenschaften
Gutachterliche Leistungen: Monitoring, Erkundung, Behördenmanagement
In-Situ-Verfahren: Pump and Treat
Behandlungsverfahren: Aktivkohlefiltration
Volumenstrom: 30 m³/h
Tiefenlage der Belastung: 12 m
Auftraggeber

Zweckverband zur Unterhaltung der Gewässer III. Ordnung, Straßen- und Landschaftspflege

Branche: Behörden und Verbände
Wiesenweg 1
83135 Schechen
Bayern, Deutschland, Europa
Referenz bestätigt am 04.02.2025 durch Zweckverband zur Unterhaltung der Gewässer III. Ordnung
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